Wahlpflichtunterricht 7 bzw. 8-10

Der Wahlpflichtunterricht an den Realschulen in NRW ist ein Unterricht, der ein Jahr nach Einführung der zweiten Fremdsprache einsetzt, z.Zt. also in den Jahrgangsstufen 7 – 10 (dreistündig) und ab dem Schuljahr 2020/21 in den Jahrgangsstufen 8 – 10 (vierstündig) erteilt wird.

Da zum Erlangen der Fachoberschulreife eine zweite Fremdsprache (an unserer Schule Französisch) nicht zwingend erforderlich ist, wird diese nach einem verpflichtenden Schuljahr nur als eines von vier Wahlpflichtfächern angeboten.

Entsprechend ihrer Neigungen können die Schülerinnen und Schüler zwischen den Wahlpflichtfächern Französisch, Technik, Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften wählen; das gewählte Fach wird Klassenarbeitsfach und zählt bei der Versetzung (nicht aber am Ende der Klasse 10) wie die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch zu der Fächergruppe I, wodurch eine mindestens befriedigende Leistung im Wahlpflichtfach bei der Versetzung als Ausgleich für eine mangelhafte Leistung in einem anderen Fach der Fächergruppe I zählen kann. Da gilt es, die Neigungen eines Kindes bei der Entscheidung möglichst gut zu berücksichtigen.

Im Wahlpflichtfach Naturwissenschaften werden die Klassenarbeiten im Fach Biologie geschrieben, aber in allen drei Fächern Biologie, Physik und Chemie erfolgt der Unterricht innerhalb der Differenzierungsgruppe und in höherer Wochenstundenanzahl, da auch die Schülerinnen und Schüler der anderen Wahlpflichtfächer in allen drei naturwissenschaftlichen Fächern unterrichtet werden und die für den Wahlpflichtunterricht verfügbaren drei (ab 2020/21 vier)  Wochenstunden nicht komplett für das Fach Biologie eingesetzt werden müssen.

Um Schülerinnen und Schülern und Eltern möglichst vielseitige Entscheidungshilfen bei der Wahl des Wahlpflichtfaches zu geben, findet am Ende der Klasse 6 (demnächst der Klasse 7) eine Informationsveranstaltung für Schülerinnen und Schüler und Eltern statt, auf der Fachkollegen die vier Wahlpflichtfächer vorstellen und der Schulleiter erläutert, zu welchen Zeitpunkten verbindliche Entscheidungen getroffen werden müssen.

Da die Schülerinnen und Schüler noch sehr jung sind und kaum eine Vorstellung von den Fächern Technik und Sozialwissenschaften haben, haben wir an unserer Schule für das erste Halbjahr der Jahrgangsstufe 7 (demnächst Jahrgangsstufe 8) das sogenannte Karussell eingeführt.

Am Ende der Klasse 6 (demnächst Klasse 7) entscheidet jeder Schüler und jede Schülerin zusammen mit seinen oder ihren Eltern und beraten durch den Französischlehrer der Klasse 6 (demnächst Klasse 7), ob er das Fach Französisch als Wahlpflichtfach weiterführen möchte. Entscheidet er sich dafür, nimmt er im ersten Halbjahr weiter am Französischunterricht teil.

Alle Schülerinnen und Schüler, die sich gegen die zweite Fremdsprache entscheiden, nehmen automatisch am Karussell teil und können am Ende des Halbjahres nicht wieder in die Französichgruppe zurück.

Sie werden zufällig in drei gleich große Gruppe aufgeteilt und durchlaufen drei verschiedene Unterrichtsabschnitte, und zwar nacheinander je ca. sechs Wochen Unterricht in den Fächern Technik, Biologie und Sozialwissenschaften. In jedem dieser drei für sie in Frage kommenden Wahlpflichtfächern schreibt der Schüler oder die Schülerin eine einstündige Klassenarbeit und erhält am Ende des ersten Halbjahres eine gemeinsame Zeugnisnote „Wahlpflichtfach“.

Durch dieses Ausprobieren der Wahlpflichtfächer bekommt der Schüler oder die Schülerin einen guten Einblick in die unterschiedlichen Differenzierungsangebote.

Am Ende des Halbjahres 7.1 (demnächst 8.1) werden Schülerinnen und Schüler und Eltern zu einem Beratungsnachmittag eingeladen, an dem sie sich individuell von den Fachlehrern beraten lassen können.

Auch die Schülerinnen und Schüler, die bislang weiter am Französischunterricht teilgenommen haben, können sich beraten lassen und noch ein anderes Wahlpflichtfach wählen. Die schulinternen Stoffverteilungspläne sind so gestaltet, dass die Inhalte aus dem Karussell nicht unverzichtbare Voraussetzung für die weiteren Unterrichtseinheiten sind, sodass Schülerinnen und Schüler, die sich zunächst für die Weiterführung der zweiten Fremdsprache entschieden hatten, zwar nicht auf Erfahrungen aus dem Karussells zurückgreifen, aber noch alle drei anderen Wahlpflichfächer wählen können.

Dieses Prinzip schafft so weit wie möglich Voraussetzungen dafür, dass jeder einzelne Schüler und jede einzelne Schülerin in den kommenden dreieinhalb Jahren (demnächst zweieinhalb Jahren) in dem Wahlpflichtfach unterrichtet wird, das seinen Neigungen am besten entspricht.

Insgesamt hat sich dieses Modell zur Wahl des Wahlpflichtfaches sehr bewährt und nimmt Eltern und Kindern einen Großteil an Unsicherheit bei dieser für die Schullaufbahn wichtigen Entscheidung.